DVWO Qualitätsmdell
Die Norm ISO 9001 ist ein offenes QM-Modell, das auf die Bedürfnisse des Bildungswesens im Allgemeinen und der Ausbildungsgänge der Ausbildungsinstitute und Verbände im Besonderen anpassbar ist.
Die Heterogenität der Ausbildungsinstitute, Verbände und übrigen Weiterbildner bringt eine Vielfalt von Interessen, Zielen und Inhalten der Lehr- und Lernprozesse hervor. Um diese fassettenreiche Vielfalt einheitlich darzustellen wurde es notwendig, auf der Basis der international anerkannten ISO Norm 9001 eine Erweiterung vorzunehmen.
Das Kap. 7 der Norm DIN EN ISO 9001 (Realisierung des Bildungsproduktes als eigentlichen Wertschöpfungsprozess) ist der "Schlüssel" für die "Öffnung" diesbezüglicher Verbesserungspotenziale.
Die DVWO Fachkommission Qualität hat dazu als eine innovative Ergänzung ein erweitertes Prozessmodell entwickelt:
die DVWO-ProzessAcht©.
In der Abbildung sind die Grundsätze der DVWO-ProzessAcht© in Zusammenhang mit dem Prozessmodell ISO 9000 illustriert. Im Bildungsbereich müssen die Prozesse der betrieblichen Organisation klar unterschieden werden von den Lehr- und Lernprozessen. Die innerbetrieblichen institutionellen und organisatorischen Abläufe lassen sich mit der ISO Norm 9001 transparent dokumentieren.
Die wichtigen unterrichts- und teilnehmerbezogenen Kriterien im Weiterbildungsprozess dagegen sind mit der Erweiterung durch die DVWO-ProzessAcht© differenzierbar. Die Grundaussage des operationalen Bereiches der DVWO-ProzessAcht© besteht darin, dass die Qualitätskriterien der Mittelpunkt des Qualifizierungsprozesses sind und jedwede Qualifizierungstätigkeit auf dieser Grundlage zu erfolgen hat.
Diese Qualitätskriterien bilden die Basis (das Fundament) bei der kundenorientierten Planung und Vorbereitung sowie bei der anwendungsorientierten Ziel- und Funktionsbestimmung des Lernprozesses.
Die Wirksamkeit von unterrichtlichen Prozessen ist nur zu beurteilen, wenn jeweils Erreichtes von einer Ausgangslage aus an vorgegebenen Zielen gemessen werden kann. Die Antworten auf diese Sinnfrage des Bildungsproduktes und auf die Qualitätssicherung im Curriculumprozess erhält die DVWO-ProzessAcht© durch das Formulieren von Qualifikationskriterien anhand einer Kompetenz-Pyramide.
Die Identifikation von Lernzielen sowie die Qualifikationsbeschreibungen genau definierter Lernerfahrungen und die Qualifikation der Lehrtrainer können so hierarchisch abgestuft erfasst und messbar gemacht werden.
Die Kompetenz-Pyramide klassifiziert Taxonomien auf vier Seiten: kognitiv, affektiv, psychomotorisch und einer vierten Seite (für eigene Taxonomien) der Taxonomiestufen oder Zielebenen der Fähigkeitsentwicklung, wie sie durch Informationsverarbeitung (Lernen) im Menschen vor sich gehen. Der Ausbildungsprozess ist somit taxonomisch nachvollziehbar kunden- und anwenderorientierten spezifischen Qualitätskriterien unterworfen.
Weitere Informationen
Eine zusammenfassende Beschreibung des DVWO Qualitätsmodells finden Sie in unserem Info-Blatt Nr. 4 [177 KB] und im Trainer-kontakt-Brief Nr. 52 [122 KB] .



